Der Arktis geht der Eis-Nachschub aus!

aus Klimaretter.de vom 07.04.2019

Vier Fünftel des jungen Meereises schmelzen, bevor sie von den Küsten Sibiriens bis in die zentrale Arktis gelangen können.

von Verena Kern

"Wir werden derzeit Zeuge, wie ein wichtiger Transportstrom abreißt und die Welt einem meereisfreien Sommer in der Arktis einen großen Schritt näherkommt", so der Wissenschaftler Thomas Krumpen vom AWI.

Wie die Auswertung von Satellitendaten der vergangenen 20 Jahre zeigt, schwächt die Erderwärmung dieses wichtige Transportband ab. Nur 20 Prozent des jungen Eises kommen überhaupt noch an. 80 Prozent dagegen schmelzen, bevor das Eis seine "Kinderstube"  in dem sibirischen Teil des Nordpolarmeers verlassen hat.

Vor dem Jahr 2000 trat dagegen noch rund die Hälfte des Eises die – etwa zwei bis drei Jahre andauernde – transarktische Reise an.

Doch ein eisfreier Nordpol in den Sommermonaten ist nur eine der Folgen der versiegenden Transpolardrift. Langfristig ist überdies damit zu rechnen, dass sich die Arktis biologisch und chemisch verändert.

Denn die Eisdrift transportiert nicht nur Eisschollen. In diesen Eisschollen sind auch wichtige Mineralien, Algen, Schweb- und Nährstoffe enthalten – sofern das Eis in den flachen Küstenregionen Sibiriens gebildet wird. Dort wirbeln Wellen, Wind und Gezeiten deutlich mehr Partikel vom Meeresboden auf als auf hoher See. Außerdem befördern Flüsse wie Lena oder Jenissej Sedimente an die sibirische Küste, die beim Gefrieren des Wassers im Eis eingeschlossen werden.

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